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Tagesklinik Friedrichshafen Merkurstraße 3 88046 Friedrichshafen Tel.: 07541/6001-0 Fax; 07541/6001-49 e-mail: info@tagesklinik-fn.de
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Psychiatrische Tagesklinik Friedrichshafen in Trägerschaft der Arkade-Pauline 13 gGmbH
... aus Krisen Chancen machen
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In eigener Sache
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Schwäbische Zeitung Friedrichshafen 04.06.2005
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10 Jahre
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Tagesklinik hilft 1000 Patienten in den Alltag zurück
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Mit Zuhören war's bei der Geburtstagsparty der Psychiatrischen Tagesklinik nicht getan: Matthias Krüger (rechts) „zwang“ die Gäste mit sanftem Druck, ein Liedchen zu trällern. Und brav haben denn auch (fast) alle mitgemacht. SZ-Foto: Ruth Auchter
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FRIEDRICHSHAFEN - Einladung, Aufmachung, Feierstunde: in der Psychiatrischen Tagesklinik am Ortsausgang Richtung Ailingen ist alles ein bisschen anders als anderswo. Bunt, unkonventionell, phantasievoll - und effektiv: Beim 10. Geburtstag des Arkade-Pauline 13 gGmbH "Kindes" gab's gestern Lobendes und Kritisches zu hören.
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Von unserer Redakteurin Ruth Auchter
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Blumen blühen von der Decke, Bongos und Basteltische wollen benutzt werden und selbst die im Kreis stehenden blauen Stühle im Therapieraum jagen einem keinen Schrecken ein: Die Tagesklinik an der Ailinger Straße hat was angenehm Einladendes. Offenbar nicht nur für die 1095 Patienten, die hier in den vergangenen zehn Jahren von Montag bis Freitag zeitweise zweites Zuhause gefunden haben, sondern auch für die Mitarbeiter: Die 16 Sozialpädagogen, Psychologen, Ergo- und Kunsttherapeuten samt Ärzten arbeiten in nahezu derselben Besetzung wie am Anfang – wer einmal da ist, möchte bleiben. Und Menschen, die wegen Schizophrenie, Neurosen oder Persönlichkeitsstörungen in der Krise stecken, dabei helfen, sich selbst, wiederzufinden, "ihre Kompetenzen und Ressourcen neu zu entwickeln", wie Dr. Matthias Krüger, Psychologischer Leiter der Klinik, es formuliert.
Zeppelinstiftung gibt was dazu Von den 26 Plätzen in der Merkurstraße 3 sind im Schnitt 21 belegt. Mit 61 Prozent sind die weiblichen Patienten in der Überzahl, das Durchschnittsalter liegt bei 38 Jahren - wobei auch schon die Seele eines 17-Jährigen krank werden kann. Da in der Tagesklinik viele Menschen aus dem Bodenseekreis (38 Prozent) und der Stadt Friedrichshafen (34 Prozent) behandelt werden, steuert auch die Zeppelinstiftung Zuschüsse bei. Und Sozialbürgermeisterin Margarita Kaufmann hatte als Geburtstagsgeschenk überdies einen Scheck der Stadt mitgebracht. Da es weit mehr psychisch Kranke gebe, "als die Gesellschaft wahrhaben will", stehe diese in der Verantwortung. Kaufmann hält es für den richtigen Weg, diese Menschen wohnortnah ambulant zu behandeln. Will sagen: In der Tagesklinik gibt es von Montag bis Freitag unterschiedliche therapeutische und medizinische Angebote - und dennoch können die Patienten in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung bleiben und müssen nicht wochen- oder montatelang sonst wohin ins Krankenhaus. Das Credo der Einrichtung: Die Patienten werden dazu ermuntert, ihre Zeit "nicht zu erleiden, sondern zu gestalten". Neben Gesprächsgruppen, in denen man positive Gruppen- 8und Gemeinschaftserfahrungen machen kann, gehören Musik-, Mal- oder Theater- oder Tanztherapie oder Qi Gong zum Angebot. Die Patienten tasten sich ans Reffen von Entscheidungen oder das Austragen von Konflikten heran. In der Regel bleiben sie mindestens einen, manchmal aber auch vier Monate. Wie Professor Paul-Otto Schmidt-Michel, Ärztlicher Leiter der Tagesklinik und zudem stellvertretender Ärztlicher Derektor des Zentrums für Psychiatrie Weissenau, ausführte, gelte die Tagesklinik als Unikat in Südwürttemberg: Von der Architektur bis zum Engagement des Teams suche sie ihresgleichen. Passend zu Krügers Anspruch, dass eben dieses Team kreativ, innovativ und unterwegs bleiben will, lieferte das Theater Ravensburg bei der Geburtstagsfeier Improvisations-Einlagen. Und die Gästeschar durfte ein Kinderlied singen. Unkonventionell halt - und ein bisschen anstrengend. Warum soll's den Gästen schließlich auch besser gehen als den Patienten?!
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Kritik am Krankenhaus
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"Hat Friedrichshafen Angst vor einer Stigmatisierung?" Von wegen bei einem Jubiläum wird nur gelobhudelt: Professor Paul-Otto Schmidt-Michel ist ziemlich enttäuscht. Naja, eigentlich ist er "stinksauer". Auf das Krankenhaus Friedrichshafen nämlich. Seit Jahren, klagt der stellvertretende Ärztliche Direktor des Zentrums für Psychiatrie Weissenau (ZfP), werde man seitens des Häfler Krankenhauses hingehalten. Und zwar in Sachen psychiatrische Akutversorgung. Schon seit einer kleinen Ewigkeit biete man dem Städtischen Krankenhaus laut Schmidt-Michel eine Kooperation an: Das ZfP möchte gern 24 Plätze von der Weissenau ins Häfler Krankenhaus verlagern. Plus 20 Psychotherapie-Plätze dort einrichten. Immerhin hält das ZfP 40 Plätze allein für psychisch Kranke aus dem Bodenseekreis bereit. Doch die Häfler blocken ab. Obwohl "wir mit unseren Mitteln bauen würden - das Ganze die Stadt also nichts kostet", wie Schmidt-Michel betont. Die Ablehnung kann er sich daher nur damit erklären, dass man in Friedrichshafen wohl "Angst vor einer Stigmatisierung" habe, wenn dort neben den "normalen" auch psychisch kranke Patienten behandelt werden würden. Im Rathaus war gestern keine Auskunft mehr zu diesem Thema zu bekommen. Dabei klappe Ähnliches in Wangen und Ehingen seit einigen Jahren bestens und die "akutpsychiatrischen Plätze im Krankenhaus werden begrüßt". Generell geht's den Trägern darum, psychisch kranke Menschen zu integrieren - nicht zuletzt deshalb ist das Gemeindepsychiatrische Zentrum ins innenstadtnahe Möbel Weiler-Gebäude gezogen. Doch statt die gemeindepsychiatrische Versorgungsstruktur im Bodenseekreis mit dem letzten Mosaiksteinchen (der vollstationären klinischen Versorgung ) zu komplettieren, stellt sich das Häfler Krankenhaus quer: "Die Stadt Friedrichshafen als Krankenhausträgerin", kritisiert Schmidt-Michel, "gefällt sich darin, seine akut Kranken in einen anderen Landkreis zu verlagern". (rut)
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